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Hallo, ich bin neu hier und das ist mein erster Beitrag. Ich habe das Problem daß wenn ich zb. in öffentlichen Verkehrsmitteln sitze ich immer sprechen muß in meinen Gedanken, und das geht dann soweit das ich glaube das ich gleich was sage... es ist irgendwie schwer zu erklären. Es ist auch so das sobald ich außer Haus gehe immer das letzte Lied was ich im Radio gehört habe oder eine Melodie von einer Werbung im Fernseher schwirrt mir immer im Kopf rum und das bleibt dann die ganze Zeit. Kennt das jemand von Euch?

Wär schön mal zu hören das ich nicht allein da stehe mit dieser Krankheit. Das ist noch nicht alles, es war eine zeitlang so,  daß ich geglaubt habe, verrückt zu werden. Es waren keine richtigen Panikattacken, es war was anderes. Auf einmal hatte ich ganz arge und hässliche Gedanken, sodass ich geglaubt habe gleich meinen Verstand zu verlieren. Diese Phase ist Gott sei Dank vorbei, aber es war die schrecklichste Zeit meines Lebens.... Allerdings bin ich noch nicht ganz wieder gesund denn ich hab ja eben diese Sache mit den Verkehrsmitteln oder sobald ich auf die Straße gehe muß ich immer reden in meinen Gedanken..es ist nicht nur so daß man einfach an etwas denkt, sondern ich muß es im Kopf irgendwie aussprechen und mitreden. Das nervt total!!! Hat das jemand? Bitte um Antwort!!!

Bianca

Kommentare   

#7 Super User 2016-06-20 19:49
Liebe Bianca!

Wenn Du Angst hast, mit Deiner Art von Zwängen alleine zu sein, kann ich Dich ganz und gar beruhigen - Du bist in guter Gesellschaft.
Du glaubst gar nicht, wie erfinderisch und heimtückisch der Zwang sein kann!
Er bringt einem wirkich soweit, von sich selbst zu glauben, verrückt zu sein!
Was hast Du denn schon dagegen unternommen?
Sagt Dir VERHALTENStherapie etwas? Hast Du damit schon zu tun gehabt? Jene Therapeut(inn)en haben eine zusätzliche Ausbildung für die Behandlung von Zwängen absolviert und sind daher die erste Wahl.

Ebenso würde ich Dir gerne raten, einmal Kontakt mit Ulrike S. aufzunehmen! Sie bietet eine sehr wertvolle Hilfe an, von der Du gerne Gebrauch machen kannst. Sie nimmt sich für die Telefongespräche wirklich sehr viel Zeit und ist auch sehr verständnisvoll und einfühlsam.
Ich hatte während meiner kranken Zeit immerhin auch das Glück, von ihrer damaligen Arbeit als Co-Therapeutin selbst zu profitieren und bin ihr bis heute noch sehr dankbar für ihre Hilfe!

Melde Dich wieder - bis dahin wünsche ich Dir alles Gute!!

Theresa
#6 Super User 2016-06-20 19:49
Hallo Bianca!

Mein Name ist Margit, ich bin 33 Jahre und bin im Jahr 2000 an einer rezidivierenden (immer wiederkehrenden) Depression und einer schweren Angst- und Zwangsstörung erkrankt. Begonnen hat es mit Kontrollzwang. Ich kontrolliere zig Mal Herdschalter, Türschnallen usw.....

Dann haben sich noch Zwangsgedanken dazugesellt und diese sind absolut die Hölle. Anfangs waren Gedanken dabei wie - ich hatte Angst, lesbisch zu sein und einer Frau plötzlich auf den Busen zu greifen. Dann bekam ich jedes Mal, wenn ich ein Messer in die Hand nahm, Angst, ich könnte entweder mich oder meine Lieben damit verletzen. Das ging soweit, dass ich begann, die Messer wegzuräumen. Ich war bisher 4x stationär auf der Psychiatrie. Auch habe ich bereits eine Verhaltenstherapie hinter mir - mit bescheidenem Erfolg. Ich bin jetzt wieder auf Therapeutensuche.
Die schlimmsten Zwangsgedanken bzw. Impulse sind jedoch: Ich habe in der Firma ständig Angst, ich könnte plötzlich meine Vorgesetzten mit den Worten: Der Herr .... soll sch.... gehen, beschimpfen.
Ich laufe dann schon die ganze Zeit zum zusammengepressten Lippen durch die Gegend, damit nichts "raus kann". Passiert ist natürlich bisher NICHTS.
Ich habe von zig Fachleuten die Versicherung bekommen, dass ein ZWANGSKRANKER seine Gedanken NIE umsetzt, es ist lediglich die ANGST, es zu tun.
Warum ich dann nach wie vor täglich Angst habe, obwohl ich ja gar keinen Grund für derartiges Verhalten habe, verstehe ich nicht. Ich habe keine Probleme in der Firma und möchte auch keine bekommen.
Ich habe auch schon gehört, dass man genau das, was der Zwang "befiehlt", nicht tut. Ich möchte endlich morgens aufstehen und KEINE ZG haben. Daheim sind die Gedanken so gut wie weg. Aber ich MUSS und WILL ja arbeiten gehen. Wenn ich keine Angst habe, sind auch die ZG erträglicher. Aber Zwangserkrankungen gehören ja zu den Angsterkrankungen.

Ich freue mich auf jede Antwort. Mein Psychiater sagt, meine Erkrankung sei mittlerweile chronisch und teilweise therapieresistent, da ich auf diverse Medikamente nicht anspreche.

Margit
#5 Super User 2016-06-20 19:49
Zu meinem Kommentar zum Bericht von Bianca möchte ich noch meine E-Mail-Adresse bekanntgeben: margit076@sms.at

Außerdem würde mich interessieren, unter welchen Voraussetzungen man Anspruch auf Pflegegeld bei psychischen Erkrankungen hat?
#4 Super User 2016-06-20 19:49
Hallo Bianca!

Ich bin nicht allein, dass beruhigt mich wirklich sehr.

Ich bin auch neu hier und das ist auch mein erster Beitrag hier.
Ich habe unter "Zwänge Denkzwang" gegoogelt und bin so auf deinen Beitrag gestoßen, was eine wahre Erleichterung für mich war.

Auch ich habe Angst laut zu sprechen in öffentlichen Verkehrsmitteln weil ich ständig im inneren Monolog bin - ständig in Gedanken mit mir spreche.
Ich leide aber auch an massiven Panikattacken und Depressionen.
Ängste spielen bei mir eine große Rolle sowie Selbstzweifel.
Auch meine Gedanken sind zumeist negativ und angstbehaftet. Ich mache mir über alles Gedanken: Dinge aus der Gegenwart, unwichtiges, banales, Sorgen, und Vergangenes.
Meine Panikattacken haben auch mit meiner Angst zu tun laut etwas zu sagen, wenn ich gerade in meinen Gedanken versunken bin. Aber auch meine kritische Selbsthaltung und mein niedriges Selbstwertgefühl.
Ich bin schon lange in Behandlung, jedoch mein ständiges Denken, habe ich dabei noch nie zum Thema gemacht -LEIDER.

Mittlerweile denke ich jedoch, dass mein ständiges Denken oder auch Gedankenkreisen vieles mit beeinflusst und somit zu einer Negativspirale führt. Ich muss mich sehr zwingen in Gedanken positiv zu bleiben und meine Ängste verstärken sich durch mein "Dauergrübeln" noch.

Ein gedanklicher Leerlauf oder einfach einmal "Kopf-leer" sein funktioniert nur ganz selten.

Auf vermehrten Stress oder vermehrte Unsicherheit bzw. je niedriger mein Selbstwertgefühl, desto negativer wird mein Dauerdenken und dann tauchen immer wieder Situationen aus der Vergangenheit oder den letzten Tagen oder Stunden auf, in denen ich mich gekränkt fühlte. Alte Wunden, mögen sie noch so klein sein, quälen mich dann gedanklich.

Manchmal kreist dann ein Satz der mich vor Jahren verletzt hat immer und immer wieder in meinen Gedanken, als eine Dauerschleife. Ich kann mich in Gedanken genau an die Stimme desjenigen in dem Moment erinnern als er/sie mir etwas Verletzendes gesagt hat.
Mein Selbstvertrauen singt dann gegen Null und meine Ängste , Panik und Unsicherheit verstärkt sich.
Aber ich denke über alles nach, ob ich mich gerade richtig verhalten habe, ob ich dies oder jenes anders hätte sagen sollen.

Ich war schon immer eine Grüblerin und auch ein wenig eine Träumerin, was ich immer als positiv sah und wodurch auch viel Kreativität entstehen kann.

Aber da mein Dauerdenken Unsicherheit verursacht, da ich WIE DU denke,ich könnte gleich etwas laut sagen , was ich denke, wenn ich zb allein WIE DU im öffentlichen Verkehrsmittel unterwegs bin. Daher fahre ich seit Jahren nicht mehr mit Bus , Bahn usw.

Über eine gewissen Zeitraum, hatte ich versucht mich auszutricksen in dem ich während der Bahnfahrt einfach telefoniert habe. Das war aber nur eine Notlösung und hat an dem Problem nichts geändert.

Dies ist auch eine Methode , die ich nutze wenn ich im Supermarkt eine Panikattacke bekomme oder kurz davor stehe eine zu bekommen. Ich telefoniere! *lach* Ja , es klingt banal aber manchmal hilft es.
Aber leider nicht zur wirklichen Lösung.

Zu meinen Panikattaken muss ich sagen, dass ich in Invalidität deshalb bin , weil ich manchmal die Wohnung nicht verlassen kann und sehr eingeschränkt bin dadurch. Ich habe keine Angst Ohnmächtig zu werden oder zu sterben. Ich habe Angst in irgendeiner Form negativ aufzufallen: Laut zu sagen, was ich gerade denke, wenn ich allein unterwegs bin. Nicht gut genug auszusehen und dadurch aufzufallen. Negativ auffallen spielt eine große Rolle dabei.

Auch wenn es mir richtig gut geht, kommt es in Stresssituationen dazu , dass sich negative Erinnerungen als Dauerschleife in meine Gedanken einschleichen.

Deshalb möchte ich mich jetzt vermehrt mit meinem Denkzwang beschäftigen, weil ich auch weiss, wie sehr positives Denken und abschalten können, mich in meinem Wohlbefinden beeinflussen können.

Denke ich weniger und positver = Schlafe ich besser und schlafe auch leichter ein, mein Selbstvertrauen steigert sich, ich werde ausgeglichener und habe weniger Angst, weil ich mir weniger Sorgen mache.

Ich habe deshalb beschlossen, dies mit meiner Therapeuten jetzt vermehrt zu besprechen. Welche Gedanken mich quälen, welche Denkmuster ich habe und wie ich es schaffen kann, meinem Gehirn eine Atempause zu gönnen.

Ich möchte mich nicht krampfhaft vom Denken ablenken müssen.

AN DICH:
Es wird wieder , mach dir keine Sorgen. Angst unangenehm aufzufallen hat jeder mal. Das ist eine verstärkte Angst davon und den Denkzwang kann man sicher behandeln. Ich bin keine Ärztin aber positives Denken hilft, davon bin ich überzeugt

Und sich jemanden (bzw Therapeuten) suchen mit dem man ehrlich über all seine Sorgen , Ängste und Gefühle sprechen kann.

Ps: Ob Zwänge, Ängste , Depression, Süchte, etc (ich kann jetzt nicht alles aufzählen) was , die Psyche umfasst aber in irgendeiner Form hatte jeder schon mal damit zu tun, mal in schwächere mal in stärkerer Form , entweder selbst oder über Freunde , Bekannte etc.

Ich bin heute noch erstaunt, wie viele Leute immer noch zu mir sagen: " Du ich glaub, ich hatte auch schon mal Panik im Stadion...da musste ich sofort weg, weil ich es nicht aushielt" etc. das ist für so viele Bereiche anwendbar.

PPs: Danke, dass Du diesen Beitrag veröffentlicht hast! Jetzt fühle ich mich mit dem "Denkzwang" nicht mehr so allein und werde mich auch darüber mehr austauschen.

Vielen lieben Dank

S.
#3 Super User 2016-06-20 19:48
Liebe S.!

Ich finde es unbedingt notwendig, daß Du ausführlich mit Deinem Therapeuten darüber sprichst.
Es sind auch wirklich genügend Leidensgenossen unter Euch, das kann ich Euch versichern.

Wenn Du noch irgendetwas brauchst, dann bitte melde dich einfach wieder!

Ebenfalls kann ich Dir nur wärmstens ans Herz legen, Dich mit Ulrike S. in Verbindung zu setzen!
Ein Gespräch mit ihr würde Dir sicherlich auch sehr gut tun. Ich spreche aus Eigenerfahrung und hatte unter anderem auch Probleme dieser Art (Angst etwas nicht gewolltes auszusprechen etc.)!
Mir konnte sie auch in diesem Punkt zusätzlich zum Therapeuten noch eine sehr, sehr wertvolle Unterstützung sein! Und Du wirst sehen, sie kann Dich sehr gut verstehen, immerhin hat auch sie Jahre lang das selbe durchlebt wie wir.

Alles, alles Liebe

Theresa

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#2 Super User 2016-06-20 19:48
Hallo!

Mein Name ist Gerhard, ich bin 52 Jahre alt, und führe seit Jahrzehnten einen extremen Lebenslauf wegen meine Zwangsgedanken. Meine immerwiederkehrenden Gedanken beruhen Sich immer wieder auf Lebenssituationen wo es um Abschied, und einmallige Anlässe geht. Ich bin mittler- weile so verzweifelt und niedergeschlagen, das ich einfach nicht mehr weiter weiß, wie es weitergehen soll, und bräuchte dringend Hilfe, da ich mir selbst nicht mehr helfen kann. Bitte schreibt mir zurück - bitte
#1 Super User 2016-06-20 19:48
Lieber Gerhard!

Hast Du schon Erfahrungen mit kognitiver Verhaltenstherapie gemacht? Dazu möchte ich Dir unbedingt raten!
Ich möchte Dir auch sehr ans Herz legen, mit Ulrike S. in Verbindung zu treten. Sie ist ebenfalls ehemals Betroffene, sowie Autorin dreier Bücher. Während ihrer jahrelangen Tätigkeit als Co-Therapeutin hat sie sich auch um mich selbst gekümmert.
Sie bietet auf unserer Seite an, via Telefon mit ihr Kontakt aufzunehmen. Ein solches Gespräch würde Dir sicherlich sehr gut tun. Du kannst Dich gerne auf mich berufen!
Bitte gib Dir einen Ruck und nimm den Hörer in die Hand.
Selbstverständlich kannst Du Dich auch jederzeit wieder an mich wenden, wobei ich nochmals betonen möchte, daß ich ein Telefonat mit Ulrike S. für sinnvoller und hilfreicher halten würde!

Bitte gib nicht auf - melde Dich wieder- bis dahin alles Liebe

Theresa

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