Bewertung: 5 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern aktiv
 

Hallo an alle :)

Jetzt lese ich schon ein paar Tage hier drinnen und jetzt habe ich auch den Mut und vor allen Dingen das Interesse hier meine Geschichte zu erzählen. Also zuerst Infos zu mir:

Ich bin 23 Jahre alt und lebe mit meinem Freund seit einem Jahr glücklich zusammen. Ich liebe Tiere über alles und habe auch genug davon :) Also eigentlich ein wunderbares Leben. Bis zum 22. März 2016.

Ich hatte einen schwerwiegenden Verkehrsunfall, mich hat es mit 100 km/h 5 mal überschlagen über eine Böschung in ein Feld. Selber schuld war ich nicht, wobei ich das nicht mehr weiss aufgrund der Amnesie. Leichte Kopfverletzungen und sonst nichts. Nicht mal ein Zeh gebrochen also richtig GLÜCK gehabt :)

Dann vom Krankhaus raus, musste 4 Tage drinnen bleiben, hab ich sofort wieder nach 2 Wochen angefangen zu arbeiten. Das war ein Fehler. Da ich vor dem Computer arbeite, plagten mich aufgrund der Gehirnerschütterung immer wieder Kopfschmerzen. Aber so ging es mir eigentlich gut. Nur hatte ich immer einen Druck in der Brust, wo ich nicht wusste wo der herkam. Ich rannte zu vielen Ärzen, googelte, und es wurde aber nichts gefunden. Auch die Magenschmerzen die mich plagten, waren nicht sonderlich auffällig. Also Faktum körperlich gesund!

Die erste Panikattacke hatte ich in der Arbeit nur weil ich laut gelacht habe und danach Sorgen hatte, weil die im Krankenhaus gesagt haben ich darf meinen Kopf nicht anstrengen. Angst, Panik habe ich noch was im Kopf oder es ist nicht alles in Ordnung bei mir. Mir wurde ganz heiß und ich begann zu weinen. Da wurde auch der Druck immer weniger in der Brust. Die Sorge nicht normal zu sein und verrückt zu werden beschäftigte mich sehr. Immer wieder redete ich mit meiner Oma darüber. Die mich wieder beruhigte. Aber es bedrückte mich. Zudem ich dann noch anfing kaum zu essen, warum weiss ich nicht, aber reingesteigert habe ich mich dann auch wieder. Angst vor Magersucht und in eine Klinik müssen usw. Somit ging ich zu einer Therapeutin. Da hatte ich richtig Panik vor der ersten Stunde. OMG ich muss dorthin, die liefert einen sofort ein etc. Dabei halb so schlimm. Ich war bis jetzt 5 mal dort und habe immer alles erzählt. Plötzlich kam die Thematik auf, würdest du dir selber was antun? weil ich einen Fall auf Facebook gelesen habe von Suizid von einem Jungen in meinem Alter. Würdest du wo runter springen? Lauter solche Gedanken richtig schlimm. Und man arbeitet immer dagegen hat Angst gestört zu sein etc. Plötzlich wendete sich das Blatt und ich hatte im Gedanken meinen Freund mit dem Polster zu ersticken. Da wurde ich richtig panisch, ich habe es ihm sofort erzählt unter Tränen natürlich und war völlig aufgelöst. Alkohol spielte hier auch eine Rolle, denn wir waren fort am Vortag und haben richtig über den Durst getrunken. Er war sehr lieb und meinte vergiss dass. Nur jetzt beschäftigt mich das natürlich. Würdest du sowas tun? oder auch generell warum tun Menschen sowas ? Bin ich ein böser Mensch? würde ich Menschen generell was antun? warum denke ich sowas ? etc. Meine nächste Stunde habe ich nächste Woche. Da werde ich wieder Bericht über diese neuen "blöden" Gedanken erstatten.

Nur meine Frage ist, warum erst so spät nach dem Unfall? hab das erst seit paar Wochen? und vorher war das wirklich nicht so. Hab nur gerne Ordnung in meiner Wohnung aber keine übertriebenen Kontrollzwang.

und Toll dass es dieses Forum gibt :)

LG

 

Kommentare   

#1 Carlotta 2016-09-08 12:38
Hallo :-)

Deine Gedanken sind ziemlich klassisch würde ich sagen. Nix was mir wirklich unbekannt wäre. Elementare Fragen des Menschen, die bei Zwänglern große Angst auslösen. All das was du fühlst ist aber Symptom der Zwangserkrankung. Du bist und wirst nicht verrückt und bist definitiv kein schlechter Mensch. Die Tatsache, dass du so was denkst, sagt nichts aus. Dass es so schwirrt im Kopf bedeutet nur, dass die Zwangsstörung gerade richtig im Gange ist. Ich weiß, es ist fürchterlich! Aber nix worüber man aufgeben muss.
Welche Art von Therapie machst du? Eine Verhaltenstherapie mit jemandem, der sich wirklich mit Zwängen auskennt, ist nahezu unumgänglich. Ich habe eine Weile eine andere Therapie gemacht (ich bin für psychische Themen wirklich aufgeschlossen) aber in dieser Therapie wurde mir immer gesagt, das alles habe damit zu tun, dass meine Familie mich in meinem Wesen unterdrückt/nicht angenommen hat. Was aber nicht der Fall ist! Ich habe wirklich eine liebevolle und liebende Familie, die mir stets Zuspruch in jedem Bereich gegeben haben. Nach und nach merkte ich, dass diese Erklärung für den Therapeuten anscheinend immer zum Zuge kam...bei jedem Problem. Ich habe mich nur noch mehr belastet und meine Gedanken hatten mehr und mehr Berechtigung.

Du kriegst das in den Griff. Es wird besser und mit der richtigen Behandlung sowieso. Egal!!! Wie schlimm es gerade ist.

Eine Sache aber, lass es trotzdem medizinisch abchecken. Jetzt keine Angst bekommen! Das bedeutet überhaupt nix Dramatisches. Es ist nur so, dass Zwänge manchmal einen ganz bestimmten medizinischen Grund haben (bzw irgendwo ist ein medizinischer Grund sicher immer beteiligt, weil es eben eib Störungsbild ist). Zb. Mal neurologisch abklären lassen, oder internistisch. Zb kann die Schilddrüse ein Auslöser sein (habe eine Freundin, bei der das der Fall ist). Also keine Angst, das ist entlastend gemeint!!! Manchmal können dann kleine Dinge, wie ein Schilddrüsenmedikament eben so eibiges bewirken. Eine zusätzliche Therapie aber natürlich immer wirklich empfehlenswert.
Denk ikmere daran, diese spezielle Problematik haben weltweit so unendlich viele Menschen!!!!!
Du bist nicht alleib :-) und vor allem, du bist normal!

Liebe Grüße
Lotta

You have no rights to post comments