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In diesem Bericht möchte ich versuchen, Dir ein paar einzelne Therapiemaßnahmen zu schildern. Jedoch möchte ich betonen, daß es nicht möglich sein wird, nur mit diesen Beispielen eigenhändig eine Therapie zu machen; Du solltest das Ganze auf jeden Fall gemeinsam mit einem Therapeuten angehen! Ich hoffe jedoch, daß Dir die folgenden Beispiele eine kleine zusätzliche Hilfe sein können!

Zwangsgedanken:

Du sollst versuchen, vor einem Zwangsgedanken nicht zu erschrecken; denn dann beginnt das „verkrampfte Festhalten“ (Fertigdenken, Wiedergutmachen). Wenn es Dir einmal gelingt, so einen Gedankenblitz ganz einfach selbst zuzulassen und dabei locker zu bleiben, zeigst Du ihm schon in ersten Ansätzen seine Unwichtigkeit. Umso öfter es Dir dann mit der Zeit gelingt, desto mehr rückst Du den lästigen Mitbewohner ins Abseits. Anfänglich würde ich lieber davon sprechen, so zu tun als ob Du ihn nicht mehr beachten würdest, denn so schnell wird es nicht möglich sein, ihm wirklich Gleichgültigkeit zu zeigen.

Versuche Dir immer wieder vor Augen zu halten: Zwangsgedanken sind nicht Deine eigenen Gedanken, sie wurden Dir nur „aufgezwungen“ und sind daher bedeutungslos!


Zwangshandlungen:

Ich nehme als Beispiel das Händewaschen (Waschzwang):
Du machst die Handlung ein Mal konzentriert und wenn sich nachher der Übeltäter wieder aufdrängt, könntest Du ihm beispielsweise sagen:
Ich habe die Hände gewaschen und werde es wegen Dir ganz bestimmt kein zweites Mal mehr tun. Sie sind ausreichend sauber! Dann versuche gleich wieder, mit der zuletzt begonnen Arbeit bzw. Beschäftigung weiterzumachen.
"100% sauber" kann es nicht geben beim Händewaschen und braucht es auch nicht zu geben.

Da der Zwang ja vergleichbar ist mit einem lästigen Kerl der Dir auf der Schulter sitzt und laufend unangenehme Dinge ins Ohr flüstert kannst Du in der Therapie auch Gespräche führen wie zum Beispiel:

* ihn beschimpfen: Sei doch still, Du übler Mitbewohner!
* ihn verjagen: Dort hat der Zimmermann „die Tür“ gemacht und da schaust Du lästiger Kerl jetzt auf der Stelle, daß Du rauskommst!
* ihn ins Lächerliche ziehen: Was willst denn DU schon wieder.
* Das Allerbeste ist natürlich, ihn gar nicht zu beachten, aber das lernst Du ja im Zuge dessen.

Er ernährt sich von Deiner Aufmerksamkeit! – unser Ziel ist es daher, ihn aushungern zu lassen.

Versuche die Zeit in der Du Dich mit dem Zwang auseinandersetzest etwas einzubremsen. Eine gute Technik ist zunächst einmal die Technik des Aufschiebens. Jene versuche im fortgeschrittenen Therapiestadium immer wieder zu erweitern. Er hat dann beispielsweise nur noch zwischen Abendessen und Nachrichten Deine Aufmerksamkeit und eben dann immer noch weniger. Für später:
Der Zwang würde immer wieder mal gerne mitmischen. Gib ihm einfach nach Möglichkeit keine Chance mehr – er würde nämlich auch gleich wieder unverschämt werden. Aber keine Sorge, Du lernst ja damit umzugehen!!

Wenn die angeführten Beispiele nicht gleich beim ersten Versuch gelingen, so ist das ganz normal , auch bei mir dauerte es seine Zeit.
Also bitte nicht verzweifeln!!!

Theresa

Abschließend an meinen Bericht möchte ich Dir noch ein Buch ans Herz legen, das Dir diesbezüglich gut behilflich sein kann:

Hilfreiche Briefe an Zwangskranke.
Ulrike S./G.Crombach/H.Reinecker
ISBN 3-525-01465-1 (siehe Literatur)

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Aufgrund eines eklatant auftretenden Kontrollzwanges (Atemkontrolle) begab ich mich vor mittlerweile etwa sechs Jahren in psychotherapeutische Behandlung.

Ich hatte das Glück, einen guten Therapeuten empfohlen zu bekommen, der die Methode der Logotherapie (sinnzentrierte Psychotherapie) anwendet. Im Laufe von etwa 1 Jahr Therapie stellte sich eine starke Verbesserung meines Gesamtzustandes heraus, und das ohne Verabreichung von Psychopharmaka (was in manchen Fällen leider notwendig sein mag).

Seitdem fühle ich mich recht wohl, und kann mit meinen Zwängen gut umgehen. Bereits als Kind waren bei mir Zwänge akut. Ich schaute etwa abends wiederholt in meine Schultasche, ob auch alle benötigten Schulsachen eingepackt seien. Mit der Zeit kamen Zählzwänge dazu, ich visualisierte häufig Rechenoperationen oder rekonstruierte mit teilweise unglaublichem Ergebnis Schularbeiten im Kopf. Mein Perfektionismus wuchs im übrigen von Jahr zu Jahr.

Jetzt verhält es sich so, dass gewisse Kontrollzwänge nach wie vor gegeben sind. Ich nehme die Angelegenheit jedoch mit Humor, und versuche dabei gelassen zu bleiben. Es bleibt freilich nicht aus, dass es hie und da zuviel wird. Aber ich bemühe mich, die Contenance zu wahren, und mich nicht in negativen Zwangsgedanken zu verlieren.

Ich hatte das Glück, eine der letzten öffentlichen Vorlesungen von Viktor Frankl, dem Begründer der Logotherapie, hören zu können. Es tut gut, hie und da in seinen Werken zu blättern. Er sagte, nichts lasse sich erzwingen. Und damit hat er zweifellos recht. Ein zwanghaftes Verhalten oder Zwangsgedanken an den Tag zu legen hat Ursachen, die erforscht werden sollten. Nur dadurch kann man lernen, damit umzugehen. So erwies es sich jedenfalls bei mir.

Liebe Grüße,

Jürgen

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Hallo mitsammen, also erstes möcht ich mal anmerken, dass ich froh bin endlich zu wissen was mit mir los ist und vorallem dass ich nicht alleine bin- das dacht ich ja anfänglich immer und hat mich noch mehr fertig gemacht! Grüsse an alle! Ich bin übrigens jetzt auch am Anfang einer Psychotherapie, bald kommt ein Selbstwertseminar hinzu und ich bin einfach bereit alles zu tun um über diesen Berg zu kommen, ich glaub ich hab einen ganz guten Punkt erreicht!

So nun zu meinen "Filmen" wie ich sie sehr gerne nenne- angefangen hats schon im Kindesalter- dass ich irgendwie komische Bewegungsabläufe fabrizierte- Kopfschütteln, keuchend einatmen- einfach die komischten Bewegungen- wo ich mir eh selber dachte- was mach ich denn da jetzt- aber es war einfach dieser unausgesprochene Zwang da- der mich das wiederholen ließ, vom Bewegungstick im Kindesalter- zu Kontrollzwängen, Zählzwängen und zwanghafte Gedanken an Krankheiten oder Tod- hier muss ich anführen dass das ziemlich ausartete als ich mit 15 Jahren in einem Internat landete- wegen schulischer Weiterbildung... da vermehrten sich meine Zwänge akut! Bald hatte ich ein ganzes Sammelsurium beisammen, keinen Schritt mehr ohne irgendeinen Zwang- angefangen bei "ich könnte einen "Zettel "im Klo von meinem besten Freund verlieren wo draufsteht- "ich hasse ihn" + die dazugehörigen Kontrollen-wie nervig und zeitaufwendig, diese Zettelinhalte variierten übrigens- ob bei Eltern, im Internat oder in der Schule- es stand jedoch immer im Hintergrund verworfen zu werden, rausgeschmissen... dabei war der Zwang immer sehr phantasiereich! - Dann war da noch der Zählzwang- 4Schritte, 4Schluck Wasser, oder sogar 4x4Schluck Wasser- das Unangenehmste überhaupt-sah auch höchst eigenartig für meine Mitmenschen aus! Irgendwann in meiner ersten Wohnung 2 Jahre nach dem Internat kam dann erhöhter Kontrollzwang dazu- ich könnte die Herdplatte nicht ausgeschaltet haben, ist die Türe eh verschlossen- wieder zeitaufwendigste Prüfungen....ja und hochinteressant- ich bin nämlich bei diesen ganzen aufgezählten Zwängen so ziemlich übern Berg- da es mich einfach nicht mehr interessierte ihnen nachzugeben- hinundwieder mal eine Kleinigkeit- Ofenplatte oder 4Schlückchen- alles nicht mehr so schlimm- jetzt ist aber ein Ding ziemlich gewachsen- nämlich das ständige Nachdenken über Krankheiten- "was ist wenn ich Aids habe und meinen Freund anstecke" - dabei hatte ich sogar zur Beruhigung einen Test gemacht- der natürlich negativ war und ich mir 2 Jahre umsonst Sorgen machte, ja und uiiije ich war ja 1994 das erste Mal in England- was ist wenn ich mir da "bse" anghängt habe- der Denkzwang äussert sich bei mir so- dass ich ständig über diese Risikosituationen nachdenke- sie von allen Seiten betrachte- eigentlich eh schon immer Eingaben bekomm- hey du bist kerngesund- denen aber trotzallem nicht vertrau- und kaum bin ich auf einen grünen Punkt dann meldet sich schon der nächste- was ist wenn ich mir das jetzt durchs viele drüber Nachdenken angezogen habe.....da seh ich dann plötzlich nicht mehr die Risikosituation zb. in England- da ist mir eben dann klar dass die Wahrscheinlichkeit zu gering war um mich anzustecken- aber dann hab ich halt den Film dass ichs mirs durchs viele drüber Nachgrübeln geholt hab.....wirklich eine unangenehme Situation, ständig beschlichen zu werden von diesen komischen Themen- und kaum ist das eine Thema weg- meldet sich das nächste schon! Aidstest negativ- ein paar tage ruhe (wenn überhaupt) oh genau ich war ja in England..............
Ich hoff ich konnte das jetzt halbwegs gut erklären!
Naja jedenfalls bin ich jetzt endlich an dem Punkt angelangt dass ich mir helfen lasse bzw. endlich selbst helfe- dadurch dass ich weiss dass ich diese Zwangsstörung habe- seh ich jetzt z.B. das bse-thema gar nicht mehr so gefährlich an, da es ja eigentlich nur der Zwang ist ders behauptet......
über eine Sache Bescheid zu wissen ist schon ein erster Schritt! Das hab ich jetzt hautnah erfahren! Ich bin zwar noch immer im Schlamassel drin aber ich seh schon einen Lichtstrahlen durchkommen! Weiter weiter weiter und nicht unterkriegen lassen!
Ich werde meine Berichte hier laufend posten! Liebe und Licht an alle die das Selbe oder auf ihre Art und Weise ähnliches durchmachen!

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hallo- ich bins wieder mal, Michaela Nachwievor verstrickt im harten Kampf gegen den Zwang- oder nennen wir es so- im Versuch ihn zu akzeptieren- das ist nämlich ein wichtiger Punkt- da es ja im Endeffekt meinen dunklen Persöhnlichkeitsanteil darstellt- der halt einfach gern auf sich aufmerksam machen will- durch Zwänge... und man darf einen Teil von sich selbst nicht bekämpfen, sondern einfach annehmen.

Ich weiss es ist verdammt schwer und hört sich auch blöd an- ein etwas das einem das Leben versaut lieben bzw. akzeptieren zu lernen-
aber es ist die einzige Möglichkeit!
Mit Hass richtet es sich immer mehr gegen einen- kennen wir ja alle- wenn wir wieder mal so ne richtige Wut drauf haben-
dann verstärkt sich der ganze Mist auch noch...
Um zu meiner Erfahrung zurückzukommen- ich geh jetzt seit etwa 2 Monate in Psychotherapie, hab verdammt viel über mich selbst gelernt (hätt ich diese Zwänge nicht hätt ich das wahrscheinlich mein ganzes Leben nicht getan...eigentlich nur positiv!)
- der Zwang ist leider noch da- in sehr einfallsreicher Variante- da ich meistens nicht mehr so drauf einsteige- passierts desöfteren dass er mir in einer Minute mit 3 verschiedenen Sachen daher kommt- ich versuch halt dann immer nur nicht auf einem hängenzubleiben- was leider aber dann meistens passiert- naja
jetzt arbeitet er ja damit dass ich mir eine Krankheit nicht in einer bestimmten Situation holte (zb. Aids bei Geschlechtsverkehr oder bse in England- auf das steig ich nämlich nicht mehr ein!) sondern jetzt fängts wieder so an wie vor ein paar Jahren- "wenn ich jetzt diese oder diese Cd höre- dann bekomm ichs, oder wenn ich jetzt das oder das denke, oder wenn ich jetzt vor dem Türabsatz keine vollen 4 Schritte mache, oder rauche, oder bla bla bla- die lieben Zwangsgedanken halt + Rituale ein richtiger flashback- war doch die letzte Zeit "nur" mit Zwangsgrübeleien ausgefüllt- jetzt enfaltet sich das Ganze wieder in seine volle Grösse mit allem drum und dran wie gesagt ich hab ja nicht nur ein Symptom sondern die volle Palette! Bis auf den Sauberkeitsfimmel...
aber da eben meine Filme so oft wechseln- seh ich da schon irgendwie einen Fortschritt drin- weil früher wars ja so- dass ich in einem Ding öfter Wochen und Monate drin hing- und jetzt ist da eine ziemliche Bewegung vorhanden...zwar eine ebenfalls unangenehme- aber irgendwie rührt sich da was!

Was mir ebenfalls sehr hilft ist- dass ich drüber rede- ich erzähl das mittlerweile auch meinen Freunden (man weiss eh instinktiv wem mans anvertrauen kann) und während dieser Gespräche löst sich doch immer Einiges auf- bzw. durch die Kommunikation bekommt man wieder schöne Erkenntnisse- und sieht dann im Endeffekt, dass sich doch schon a bissl was bewegt hat- das ist ein schönes Phänomen!
Da bemerkt man echt dann Sachen- die man bei seinen eigenen "hausinternen" Grübeleien gar nicht gesehen hätte!
Kommunikation ist sehr heilsam!
Bei mir war nämlich auch jahrelang das Problem, dass ich ziemliche Probleme hatte Sachen rauszusagen- überhaupt Probleme bzw. Sachen die mir eigentlich am Herzen liegen aber welche ich dann doch runtergeschluckt hab- das liegt auch an meinem Kommunikationsmuster "der Unnahbare" und wichtig ist eben sobald man mal sein Muster kennt es- zu durchbrechen! Ich rate jedem, sich mit seinem Muster vertraut zu machen! Überhaupt wenn man dieses "runterschluck-syndrom" hat! Wenn man bedenkt ich hab das ganze erst vor 2 wochen meiner Mutter erzählt!!!!
In diesem Sinne "in der Bewegung liegt die Kraft"!

Das war wiedermal eine kleine Zwischenbilanz von mir!
Bis zum nächsten Mal- ich würde mich übrigens über emails freuen- da kann man sich sicher schön austauschen!
Good vibrations an meine lieben Geichgesinnten!- Michaela 

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Man lernt mit Hilfe des Therapeuten die gefürchteten Dinge wieder ganz normal - nur einmal nicht fünf Mal - zu erledigen. Geld ohne Handschuhe anzugreifen, ohne daß etwas dabei passiert. Ein Messer in die Hand zu nehmen, ohne Angst dabei zu haben, man könnte jemanden verletzen.

Wichtig:

Es geschieht nichts ohne die Einwilligung des Patienten, Schritt für Schritt, ganz langsam und nur so lange der Betroffene es will. Nur keine Angst vor der Therapie: Im Gegenteil, es tut richtig gut, ein Gegenüber gefunden zu haben, das ganz und gar Verständnis für die Krankheit zeigt; wo man ohne Hemmungen darüber reden kann. Oft ist es ja auch unangenehm sich darüber zu unterhalten, aber man merkt sehr bald, daß man dem Therapeuten wirklich die absurdesten Dinge anvertrauen kann, ohne irgendwie auf Verwunderung zu stoßen; und das tut gut!

 

Theresa