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Folgende Zeilen aus meinem Buch möchte ich Dir nicht vorenthalten:

"Von morgens bis abends sind wir mit Idealen konfrontiert: von den Idealen, wie wir aussehen müssen und uns zu kleiden haben, wie wir uns ernähren sollen, wie viel Erfolg wir haben müssen, mit welchen Statussymbolen wir uns umgeben sollten, welche Umgangsformen angebracht sind, wie oft und in welchen Positionen wir Sex haben sollten, welche Handlungen und Gedanken zulässig sind und welche nicht, wie wir unsere Kinder zu erziehen haben, bis hin zu den Fragen, was ein einigermaßen gebildeter Mensch wissen sollte und was gerade "in" oder "out" ist. So sind viele von uns auf einer ständigen Jagd nach Optimum und bemüht, ein möglichst ideales Leben zu führen. Das ist nicht nur unglaublich anstrengend, es ist auch unmöglich und daher auf Dauer notwendigerweise ziemlich frustirierend. Keinem von uns kann es gelingen, allen diesen Idealen gerecht zu werden, so sehr er sich auch anstrengen mag. Und je größer die Bemühungen, umso größer wird meist unsere Unzufriedenheit mit uns selbst. Unsere Seele aber bleibt auf der Strecke. Denn: Die Seele tankt nicht im Idealen, sondern im Normalen, im Indiviuellen.
Nämlich dann, wenn wir einfach so sein können, wie wir sind: menschlich normal, jeder von uns mit seinen Fehlern und Schwächen. Die Seele entspannt und tankt im "erlaubten In-Perfektionismus". [nicht Perfektsein] Dort können wir so sein, wie wir sind: individuell verschieden und nicht ideal gleichartig."

  1Marco von Münchhausen: Wo die Seele autankt. Die besten Möglichkeiten, Ihre Ressourcen zu aktivieren. - Frankfurt/New York: Campus Verlag 2004, S. 30

Allerdings rate ich nicht dazu, das Buch zu lesen, solange man an der Zwangserkrankung leidet. Dafür ist es nicht geschrieben. Hilfreiche Literatur für Zwangspatienten und Angehörige haben wir eigens aufgelistet!

Ganz liebe Grüße und alles Gute!

Theresa