Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
Liebe Besucher der Seite, liebe Betroffene! Heute schreibe ich Euch zum Jahreswechsel. Ich muß aber gleich innehalten und etwas sagen: Was den Übergang zum neuen Jahr betrifft, wollen wir den Zwang gar nicht erst mitmischen lassen. Das könnte ihm gerade so passen! "Achte darauf," so möchte er gerne warnen, "daß am 31.12. um 24 Uhr alles in Ordnung ist! Sonst könnte das Auswirkungen auf das neue Jahr haben. Mach die letzten Rituale im verbleibenden alten Jahr 100%ig korrekt, das ist wichtig für das neue Jahr!" So könnte der Zwang quatschen. Wenn Sie zum Jahreswechsel auf diese Weise zwanghaft geplagt werden, dann möchte ich folgendes vorschlagen:

Stellen Sie sich die Jahre wie ein Endlosband vor, ohne Einschnitte, ohne Grenzziehungen. Im Sinne der Zwangsbefürchtungen sollen Sie mit alll den Jahren auf diese Weise umgehen. Denn was der Zwang befürchten läßt, das ist irreal, ohne Bedeutung, ein Krankheitssymptom, nichts, was Sie zu befürchten hätten. Es ist wie magisches Denken, wie überzogener Aberglaube, wenn Sie meinen, zum Jahresende, kurz vor MItternacht müßten Sie noch "ganz perfekte Rituale"zusammenbringen. Sie dürften mit Silvester so umgehen: Sie feiern, genießen das Feuerwerk und nettes Beisammensein, oder Sie schlafen getrost ins neue Jahr hinein, ohne all dem begleitenden Rummel. Rituale und Zwangsbefürchtungen haben dabei gar keinen Platz.

Mein Lieblingshilfsgedanke während der Therapie war: "Es ist nichts, was ich zu befürchten habe."

Ich wünsche Euch Fortschritte in der Therapie, wenn ihr noch Hilfe braucht. Ich wünsche Euch Mut zur Therapie, wenn Ihr Hilfe sucht. Und ein wenig "am Ball bleiben", wenn Ihr die Krankheit schon überwunden habt.

 

Was das Sorgentelefon betrifft, so möchte ich Euch etwas sagen: In der Zeit vom 07.06.2006 bis zum 17.11.2009 haben sich 395 (Erst)anrufer und unzählige wiederholte Anrufer "getraut", Hilfe beim Sorgentelefon zu holen. Ich habe bis jetzt so viel Erleichterung erleben dürfen bei all den Anrufern, die ihre Scheu überwunden haben und auf diese Weise Rat und Hilfe gesucht haben.

Also traut Euch, seit versichtert, ich weiß was Zwangserkrankung bedeutet. Absolute Anonymität für die Anrufer ist Selbstverständlichkeit.

Liebe Grüße

Eure Ulrike S.

 

 

Autorin der Bücher:

Der Weg aus der Zwangserkrankung"

"Hilfreiche Briefe an Zwangskranke"

"ABC für Zwangskranke"

Tipps einer ehemals Betroffenen.

(Alle drei erschienen im Verlag Vandenhoeck & Ruprecht) - im normalen Buchhandel oder auch über Amazon erhältlich)

Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
Liebe Betroffene, es ist schon ein paar Wochen her, da hatte ich ein recht heiteres Erlebnis. Laßt Euch erzählen! Es war ein wolkenloser, richtig schöner Herbstmorgen, so wie wir heuer schon viele erleben durften. Ich nehme mit also meinen Kaffee hinaus auf den Balkon, es heißt doch, das Licht am Vormittag sei ganz besonders wohltuend für die Seele. Und meine Seele braucht nach so vielen Zwangsjahren viel Wohltuendes, eben auch das Genießen einer Tasse Kaffee auf dem Balkon in der Morgensonne. Denk'ste!

Genau in dem Augenblick fänt unser perfektionistischer Nachbar an, mit seinem alten knatternden Rasenmäher die Wiese zu bearbeiten. Die letzte Mahd im Herbst! Unter zwei Stunden wird er's nie tun, das weiß ich aus Erfahrung.

"Wenn ihm nur der Mäher absterben würde!", das wünsche ich ihm von ganzem Herzen. Und siehe da, gedacht und es geschieht!

"Hoppla," denk ich mir, "jetzt bin ich aber froh, daß ich nicht an den Quatsch vom Zwang glauben muß, daß Gedanken etwas bewirken. So praktisch es auch grade für mich wäre, über diese Fähigkeit zu verfügen."Nach einer Viertel Stunde knattert er wieder! Oh je! Mein "Zauber" hat nicht gerade lange angehalten. Sollte ich vielleicht noch einen "guten Wunsch" zulegen?!

Aber jetzt im Ernst.

Laßt Ezcg nichts einreden, weder vom zwang noch von dem Gerede über Magie und die "Kraft der Gedanken". Ich mag das Buch über Zwagnsstörungen von Althaus, Niedermeier und Niescken sehr gern (Beck Verlag), da steht geschreiben:" Die Krankheislehre der Psyche betrachtet magisches Denkan als Symptom und definiert es al irrtümliche Annahme einer Person, sie könne durch Gedanken, Sprechen oder Handeln Einfluß auf ursächlich nicht verbundene Ereignisse nehmen, sie verhindern oder hervorrufen." Also dann! Schluß mit den irrationalen Zwangsvorstellungen aus dem Reich der Esoterik und Magie.

Kurze hilfreiche Merksätze : Ein Gedanke kann nichts bewirken. Ich kann und darf denken, mir vorstellen, niederschreiben, was ich will, es passiert nichts. Auch nicht in unbestimmter ferner Zukunft. (Der Zwang behauptet ja manchmal, er würde bis in die Ewigkeit begleiten können und dort sein Unwesen treiben). Ein Gedanke bleibt ein Gedanke. Ich muss kein Ritual ausüben, weder in Gedanken noch als Handlungen (z.B. in Form von quälenden Wiederholungen)

 

P.S.: Hätte der Rasenmäher wirklich den ganzen schönen Vormittag geschwiegen, dann wäre er halt so richtig kaputt gewesen und der allzu sparsame Nachbar hätte sich eindlich einmal einen neuen (hoffentlich leiseren) leisten müssen. Mit meinem "frommen Wunsch" hätte das rein gar nichts zu tun gehabt!

Liebe Grüße!

Eure Ulrike S.

 

Autorin der Bücher:

Der Weg aus der Zwangserkrankung"

"Hilfreiche Briefe an Zwangskranke"

"ABC für Zwangskranke"

Tipps einer ehemals Betroffenen.

(Alle drei erschienen im Verlag Vandenhoeck & Ruprecht) - im normalen Buchhandel oder auch über Amazon erhältlich)

 

Entschuldigt bitte, daß ich anschließend an die Briefe an Euch jedesmal die drei Bücher erwähne. Aber sie sind auch immer wieder der vorbereitende Weg zum Sorgentelefon.

Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
Liebe Betroffene, das neue Jahr steht vor der Tür. Ich könnte auch sagen, der Jahreswechsel steht vor der Tür. Zwanghafte mögen durch beide Formulierungen geplagt werden. Zwangshafte scheuen oft das Neue. Das Althergebrachte, das Gewohnte gibt mir Sicherheit, meinen sie und ängstigen sich anläßlich des bevorstehenden neuen Jahres. Wechseln bedeutet oft Übergänge, die viele Zwanghafte nicht lieben. Den Übergang von einem Jahr zum anderen, den Übergang von einem Raum zum anderen, ein neuer Lebensabschnitt wie Ehe oder Elternschaft, all das mag Zwanghafte übermäßig verunsichern. Der Zwang zieht scharfe Grenzen. Oft müssen gefürchtete Gedanken, die zwanghaft Unheil verkünden vermieden werden, wenn neues angegangen wird. Der Tag geht zu Ende, das scheint für manche Zwangskranke bedrohlich. Der Zwang verlangt einen "guten Abschluß" des Tages - das mag bedeuten, je nach Zwangsbefürchtung: alles soll rein sein, nichts soll kontaminiert sein, alles verlangt, kontrolliert zu werden, auch die Gedanken im Kopf. Offene Zwangsfragen müssen geklärt werden, wenn der Tag gut beendet sein soll, sonst gibt es eine unruhige Nacht. Der neue kommende Tag verlangt einen beruhigenden Abschluß der Handlungen und Gedanken am jeweiligen Abend zuvor. Deshalb kommen viele arme Zwangskranke abends so spät ins Bett. Der Zwang kennt nicht das Fließende, das Grenzenlose.

Meine Vorstellung, wie da gedanklich zu helfen wäre, ist die:

Stellen Sie Sich die 24 Stunden eines Tages, ein ganzes Jahr, den Abschnitt von einem Geburtstag zum anderen, das Durchschreiten von Räumen, all die gefürchteten Übergänge gleichsam fließend vor. Nur der Zwang setzt sinnlose Grenzen.

Und nun komme ich wieder zum oft zwanghaft befürchteten Beenden eines Jahres und dem Neubeginn des Nächsten. Da lassen wir uns doch nicht Angst machen! Diesen Übergang kann man feiern, links liegen lassen, verschlafen, ärgerlich überstehen, weil doch der arme Hund oder Kanarienvogel so verängstigt werden von dem Krach der Raketen. Wie auch immer, Bedeutung vom Zwang her gibt es keine.

Stellen Sie Sich das Jahr vor wie das Laufrad, mit dem man Goldhamster, Mäuse oder Ratten bewegt. Das ist wie ein Endlosband, ohne Unterbrechungen, ohne Ab- und Einschnitte. Irgendwann springen die Tierchen herunter, beenden also die Rennerei, werden halt rasten oder Wasser trinken wollen. Das ist sinnvoll und verständlich. Das Beenden, Grenzenziehen, das Einteilen in Zeitabschnitte und Räumlichkeiten, soll nicht vom Zwang diktiert werden.

"Das wußten Sie selber", sagen Sie. "Aber wie damit umgehen?

Unangenehme Gefühle zulassen, Gefühle der Angst und Anspannung zulassen. Die dürfen sein! Aber sich klar machen, woher diese Gefühle kommen. Nämlich "nur" vom Zwang. Also müssen Sie nichts dagegen unternehmen. Auch nicht, wenn die Zwangsangst so ausgeprägt ist, daß Ihnen die Befürchtung geradezu real, also wirklich vorkommt. Dann sind Sie im Moment leider sehr zwanghaft, aber passieren tut trotzdem nichts.

"Es ist nichts, was ich zu befürchten habe," dieser Satz hat mir oft über die Runden geholfen.

Und jetzt wünsche ich Ihnen eine gute kommende Zeit!

Viele liebe Grüße

Ihre "Ulrike S."

 

Autorin der Bücher:

"Der Weg aus der Zwangserkrankung"

"Hilfreiche Briefe an Zwangskranke"

"ABC für Zwangskranke"

Tipps einer ehemals Betroffenen.

(Alle drei erschienen im Verlag Vandenhoeck & Ruprecht)

Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
Liebe Betroffene! Zwei Schicksale von Zwangskranken sind mir in letzter Zeit begegnet, die haben mir recht zu denken gegeben. Das eine war das eines jungen Mannes. Er meinte, er wolle nicht Therapie machen, er habe sich "da selbst hineinmanövriert", da müsse er auch selbst weider herausfinden. Von wegen "sich selbst hineinmanövrieren"! Heißt sie doch die Zwangskrankheit, die leiden macht.

Aufgezwungene Gedanken, Vorstellungen, Bilder, Schuldgefühle, Kontrollen, Reinigungsrituale sind das, die so sehr plagen.
Eine seelische Erkrankung eben, zu mächtig in ihren Auswirkungen und Ansprüchen, als daß Betroffene selbst damit fertig werden können.
Ist doch auch in vertrauensvermittelnder Therapeutenbegleitung zunächst noch schwer, von alten Vorstellungen zu lassen - wie soll man da allein damit fertig werden!
Eine Geldtasche mag einem an Waschzwang Erkrankten wie ein ekeliges Ungeheuer vorkommen, bis er oder sie durch geduldige Unterstützung neue Einstellung dazu bekommt.

Und damit komme ich zur zweiten Begegnung. Das war ein älterer Herr, der nach ein paar Therapiesitzungen damit ungehen können sollte, allein und daheim, daß solch eine Geldtasche im Grunde genommen harmlos ist. Er hat die Übungen nicht geschafft, die Angst war zu groß. Ich kann das verstehen aus eigener Erfahrung. In meinem Fall war der Therapeut eben bereit, aus dem zunächst zu schweren ganzen Schritt einen halben vorzuschlagen. Zum Beispiel, die Übung in der Praxis zu machen und mit genauen Hilfestellungen - ganz im Detail, die enorme Unsicherheit verlangt das - wie verhalte ich mich zu Hause, wenn ich solch eine Übung zu wiederholen versuche. Wie schauen die Folgehandlungen aus nach der Berührung einer solchen Geldtasche? Da kann jede darauffolgende Handlung zunächst eine große Herausforderung sein.
Meine Therapie hat zwei Jahre gedauert. Da war genug Zeit für halbe Schritte und für das Eingehen auf die große Angst: "Das schaffe ich allein nicht."
Ein Drittel der Patienten schafft die Therapie nicht - so die Meldung einer Therapeutin.
Zum einen stimmt das nicht. Da halte ich mich lieber an die Ermunterung von Prof. Reinecker aus Deutschland: "Fast alle profitieren von einer Therapie." Was heißt überhaupt "Therapie schaffen?" Jedere Zwang weniger ist eine riesen Erleichterung, jede verständisvolle Unterstützung im großen Leid ist eine Hilfe.
Kann ja auch sein, daß die leidvolle Lebensgeschichte eines Betroffenen zu hinterfragen und hier zu unterstützen Priorität hat. Jede Therapie ist maßgeschneidert, auch Therapeuten und Therapeutinnen müssen wissen, worauf sie sich einlassen, wenn ein Zwangspatient Hilfe sucht. "Überlegen Sie sich, ob Sie diese Therapie machen wollen!" In solch einer Therapeutenaufforderung weht für mich ein zu scharfer Wind. Therapie muß sich entwickeln können.
Laßt Euch nicht entmutigen! Es gibt immer einen Weg und wenn es "nur" der ist, nicht mehr alleine mit dieser Belastung zu sein. Daß gute Therapie allerdings ein Weg, ist, der zu zweit gegangen werden muß, mit Anstrengungen von beiden Seiten und auch viel Ernsthaftigkeit von seiten des Erkrankten, das soll uns klar sein. Therapie bedeutet einzusehen: "Wie sinnvoll ist das, was ich jetzt lerne und auf mich nehme. Schwer zwar, aber, drauf vertraue ich, ungeheuer sinnvoll! Lassen Sie sich "hinüberziehen" vom Theraputen, von der Therapeutin, und ziehen Sie fleißig mit!!

Liebe Grüße, ich bin am Telefon für Euch da!

Eure Ulrike S.

 

 

Bücher:

"Der Weg aus der Zwangserkrankung"

"Hilfreiche Briefe an Zwangskranke"

"ABC für Zwangskranke"

Tipps einer ehemals Betroffenen.

(Alle drei erschienen im Verlag Vandenhoeck & Ruprecht) - im normalen Buchhandeloder auch über Amazon erhältlich)




An dieser Stelle möchte ich Theresa von der www.zwaenge.at und auch ihrem Mann Josef sehr danken, daß die beiden diese Seite eingerichtet haben. ich kann beobachten, daß sie viel Gutes dabei bewirken.

Vielen Dank Theresa und Josef!

Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
Hier kommt eine Ermunterung zum "Sorgentelefon" (geschrieben von einer ehemals sehr Betroffenen an Nochbetroffene): Ihr wißt ja vielleicht, daß es das "Sorgentelefon" gibt! Am anderen Ende der Leitung trefft ihr auf eine, die 27 Jahre zwangskrank war und nach zweijähriger Therapie noch 13 Jahre als Cotherapeutin Zwangskranken Hilfestellung gegeben hat. Also, die Zwangserkrankung ist mir wirklich nicht fremd, aber, daß es Hilfe gibt, das durfte ich in all den Jahren auch erfahren.

Wichtig: Wie die Hilfe aus der Zwangserkrankung wirklich vor sich geht, das kann man sich vorher nicht vorstellen. Keine Angst - man muß das einfach miterleben. Nicht mehr allein ist man zum Glück, es gibt heutzutage kompetente Unterstützung durch die kognitive Verhaltenstherapie.

Jetzt aber zurück zum Sorgentelefon. Nach einigen Jahren in diesem "Job" habe ich auch allerhand gelernt. Zuerst, als ich das Sorgentelefon übernommen hatte, da dachte ich mir folgendes: Betroffene werden das Angebot mit der Überlegung annehmen: "Super, toll." werden sie sich denken "da ruf` ich gleich einmal an!"

Ziemlich naiv von mir. Hätte ich damals, vor Beginn meiner Therapie, so reagiert? Vielleicht im ersten Impuls schon, aber dann hätten sich vielleicht Bedenken und Zweifel (ich litt ja an der "Zweifelkrankheit" mit all ihren Ängstlichkeiten!) eingestellt.

Immer wieder frage ich Anrufende, ob es schwierig für sie war, zum Hörer zu greifen. Selten höre ich: "Eigentlich nicht."
Viel eher solches: Wer weiß, wer da am aneren Ende der Leitung sitzt. Wird sie mich verstehen? Ganz genau? Werde ich ganz genau erzählen können, um die exakt richtige Antwort zu bekommen? "Werde ich belächelt, das ist mir doch oft schon passiert!"

Da gibt es Bedenken wie:  "Ich hatte Angst, was mir wohl geraten wird. Habe ich überhaupt Aussicht auf Hilfe?" "Was wird die wohl sagen? Vielleicht ähnliches, das mir schon von Familie oder Freunden gesagt wurde? Das war doch so oft wohl gut gemeint, aber total daneben." Oder, was ich persönlich einmal von einer nichtkompetenten Therapeutin - allerdings vor vielen, vielen Jahren vor Beginn meiner Therapie - mir anhören mußte: "Und das muten Sie Ihrer Familie zu?!" (Da habe ich die Flucht ergriffen und eine andere Therapie gesucht?)

Was könnten Hilfesuchende noch fürchten zu hören? "Sie haben schon den dritten Therapieversuch hinter sich?! Ihnen ist wirklich nicht zu helfen!" Oder: "Nicht konfronieren, das macht die Sache nur noch ärger. Gehen Sie angstmachenen Situationen aus dem Weg!" Auch solches wurde mir seinerzeit geraten, als Verhaltenstherapie noch nicht so kompetent praktiziert wurde. Inwzischen hat diese Therapieform große Fortschritte gemacht, ist viel freundlicher und humaner geworden.

Oder: "Ich möchte keine Therapie, in der ich Medikamente nehmen muß!" (Sie müssen gar nichts, auch nicht - obgleich vielleicht hilfreiche Medikamente nehmen).

Der Zwang zweifelt Mutterliebe an, er zweifelt Partnerschaft an, kurz, er zweifelt gerne an, was eigentlich Freude macht. "Liebst Du Dein Baby eigentlich wirklich?" "Ist Dein Partner eigentlich wirklich der Richtige für Dich?" Fragen über Fragen vom Zwang, ich kenne sie, seien Sie versichert! Solches werden Sie von mir nicht hören.

Sorgen Sie sich nicht, geben Sie sich einen Ruck. Ohne eingebildet zu sein, darf ich wohl sagen - es war noch jeder Anrufer, jede Anruferin erleichtert, von der Mgöichkeit des Sorgentelefons Gebrauch gemacht zu haben.

Eine Frage: Gibt es wirklich viel mehr Zwagnskranke in unsern östlichen und südlichen Bundesländern und bei unseren nördlichen Nachbarn, in Deutschland? Haben Tiroler und Vorarlberger keine Zwangskranke? Das wäre schön, aber ich vermute eher, daß dort die Erkrankten eher etwas zögerlicher sind, sich Hilfe zu suchen. Nur Mut und anrufen!

Herzliche Grüße

Eure Ulrike S.

 

Autorin der Bücher:

"Der Weg aus der Zwangserkrankung"

"Hilfreiche Briefe an Zwangskranke"

"ABC für Zwangskranke"

Tipps einer ehemals Betroffenen.

(Alle drei erschienen im Verlag Vandenhoeck & Ruprecht)